GELD-INS-AUSLAND-ÜBERWEISEN-SO-FUNKTIONIERT-2016

Geld ins Ausland überweisen – so funktioniert es 2016

Als vor ein paar Jahren die Rede von SEPA aufkam, war ich erst skeptisch und dann siegte meine journalistische Neugier schnell. Ich begann also zu recherchieren. Meine Frau verfluchte das Ganze vehement. O-Ton: „Wie soll ich mir denn diese bescheiden lange Folge von Nummern bei der IBAN merken?“ Denn zusammen mit der SEPA wurden die IBAN und der BIC eingeführt. Ja, das stimmt schon. Gut, dass die meisten Banken inzwischen die IBAN auf die Karte drucken. Was den Wenigsten klar sein dürfte: Die SEPA wurde eingeführt um Überweisungen ins Ausland einfacher und günstiger zu machen. Weil Banken ja nichts „einfach mal so“ günstiger und einfacher machen würden, gab es dazu natürlich im Vorfeld eine EU-Richtlinie. Diese forderte die Banken in Deutschland sowie im gesamten europäischen Ausland dazu auf, Auslandsüberweisungen wie Inlandsüberweisungen zu behandeln. Sprich: Ich bezahle seitdem genauso viel für eine Überweisung nach Italien wie für eine nach Deutschland: Nämlich gar nichts. Vorausgesetzt ist hier allerdings Folgendes:

  • IBAN und BIC müssen auf der Überweisung vermerkt sein.
  • Der Betrag muss in Euro überwiesen werden.
  • Die Überweisung muss in einen EU-Staat gehen.
  • Höchstens 50.000 Euro können überwiesen werden.
  • Ab einer Summe von 12.500 Euro muss die Überweisung bei der Bundesbank für Außenwirtschaft angemeldet werden.

 

Geld ins Ausland zu überweisen ist nach wie vor kostspielig.

Als ich für diesen Artikel recherchierte, und natürlich darüber mit Freunden sprach, stellte ich schnell fest: Reflexartig dachten irgendwie alle daran, zu welcher Gelegenheit sie Geld ins Ausland überweisen würden. Es war die Schweiz, an die alle dachten. Meist musste ich ein wenig lachen, denn auf das Argument: „Wenn ich Geld in der Schweiz verstecken will, sind mir die Peanuts an Gebühren doch egal!“ antwortete ich: „Wenn du Geld in der Schweiz verstecken willst, dann sicherlich nicht indem du es offen überweist.“

 

Ich überweise regelmäßig Geld ins Ausland. Häufig in nicht-europäische Länder. Nein, kein Schwarzgeld. Ich muss aufgrund meines Jobs eben viel Reisen. Buche ich mir ein Hotel, so überweise ich das Geld meist im Voraus von meinem Konto. So habe ich in den vergangenen Jahren viel Geld dafür gezahlt, dass eine Überweisung überhaupt erst getätigt wurde. Das ist ein kostspieliges Vergnügen. Ich bezahle hier nicht nur meiner Bank für dafür einen Knopf auf der Tastatur zu drücken, auch die Empfängerbank lässt sich dafür bezahlen. Nochmal teurer wird es, wenn in eine andere Währung überwiesen wird. Denn zum einen bekommt der Empfänger häufig weniger, weil der Wechselkurs schwankt, zum anderen muss eine Wechselgebühr gezahlt werden. Dabei trage meist ich alleine die Kosten. Denn ich kann zwischen verschiedenen Regelungen wählen.

  • Wähle ich das Kürzel BEN, trägt der Empfänger alle Kosten. Diese werden einfach von der Überweisungssumme abgezogen.
  • Trage ich OUR ein, so trage ich alle entstehenden Kosten selbst.
  • Bei SHARE teilen wir uns die Kosten.

PayPal-Auslandsüberweisung

Mit PayPal eine Auslandsüberweisung zu machen, ist eine der Möglichkeiten, die auch ich mal nutzen wollte. Denn es ist eigentlich ziemlich einfach. Meiner Erfahrung nach ist es mit PayPal auch ziemlich sicher. Zumindest bei Überweisungen innerhalb Deutschlands habe ich bis dato keine schlechten Erfahrungen gemacht. Auf der Suche nach einer Alternative zur Auslandüberweisung von meinem Girokonto und vor allem, weil Pay Pal damit wirbt, die Überweisung sofort auszuführen, wollte ich es zumindest versuchen. Abgeschreckt war ich jedoch davon, dass ich auch nach intensiver Recherche nicht herausfinden konnte, wie hoch die Gebühren ausfallen. Auf der Homepage von PayPal gibt es lediglich vage Hinweise darauf, dass es was kostet. Das war mir allerdings schon vorher klar. Leider gibt es keinen Gebührenrechner, mit dem ich das im Vorfeld herausfinden könnte. Da ich nicht viel vom Lottospiel mit meinem Geld halte, habe ich also darauf verzichtet, via PayPal Geld ins Ausland zu überweisen. Etwas Anderes hätte die Situation vielleicht ausgesehen, wenn ich darauf angewiesen wäre, dass das Geld wirklich innerhalb eines Arbeitstages überwiesen wird.

 

Auslandsüberweisungen mit Western Union

Western Union wird häufig für Auslandsüberweisungen von Migranten genutzt. Hier ist weit verbreitet, dass ein Teil des in Deutschland verdienten Geldes, an die Familie ins Ausland geschickt wird. Aber auch ich habe, als ich mir ein Auto in der Schweiz gekauft habe, Western Union genutzt. Western Union ist dabei keine Bank im eigentlichen Sinne. Die Überweisung ist denkbar einfach. Es geht auch ganz ohne Online-Konto. Wobei sich die Eröffnung eines Kontos bei häufigen Auslandsüberweisungen durchaus lohnt. Da ich kein Konto eröffnen wollte, bin ich mit dem Geld, welches zu dem Autohändler in die Schweiz sollte, einfach zur nächsten Filiale gewandert. In meinem Fall war es die Postbank. Möglich ist aber auch, Geld an einem Schalter der Reisebank oder in einigen Internetcafés einzuzahlen und ins Ausland zu überweisen. Nicht ganz klar war und ist mir bislang, wie sich die Gebühren errechnet haben. Nach einigen Recherchen fand ich jedoch heraus, dass Banken wie auch die Western Union an zwei Ecken verdienen. Sie erheben entweder Überweisungsgebühren für Auslandsüberweisungen oder aber, sie verdienen – etwas undurchsichtig – an dem Wechselkurs mit.

 

Wie funktioniert Western Union?

Western Union funktioniert recht simpel. Ich bin mit meinem Geld zur Postbank um die Ecke. Hier habe ich die benötigten Dokumente ausgefüllt und den Betrag eingezahlt. In der Schweiz ist der Autohändler dann ebenfalls zu einer Filiale. Dort brauchte er ein Ausweisdokument und musste ein Formular zur Geldabholung ausfüllen. Schon konnte der Autohändler – fast im gleichen Zug wie ich einzahlte – sein Geld abheben.

 

Möglich ist die Einzahlung auch online. Dabei wird das Geld von meinem Girokonto abgebucht. Hier bin ich auf die Seite der Western Union gegangen und habe ein Online-Konto angelegt. Online konnte ich dann das Überweisungsformular ausfüllen. Anschließend bekam ich eine Bestätigung per E-Mail zugesendet. In beiden Variationen wird auf den Betrag, welcher ins Ausland überwiesen wird, die Gebühr draufgeschlagen. Der Empfänger muss hier also nichts mehr zahlen. Für eine Überweisung in die USA habe ich letztens fast 20 Euro Geldüberweisungsgebühren gezahlt. Auch der Wechselkurs war schlechter, als er tatsächlich war. Hier hatte die Western Union nochmals knappe 3,5% Gewinn gemacht. Dennoch ist diese Überweisungsart für Auslandsüberweisungen gut. Denn sie ist sicher und absolut simpel. Außerdem kann der Empfänger sein Geld sofort abheben. In einigen Situationen kommt es genau darauf an.

 

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