GEMEINSCHAFTSKONTO-PARTNERKONTO-2016

Gemeinschaftskonto/ Partnerkonto 2016

Als ich meine Frau kennenlernte, zogen wir recht schnell zusammen. Zu Beginn zahlte jeder einen Teil der Gemeinschaftskosten von seinem Konto. Ein Gemeinschaftskonto gab es nicht. Irgendwann merkten wir aber: Es wurde kompliziert. Wer hatte wann, was und an wen überwiesen? Da durch den gemeinsamen Hausstand und das sich „aneinander gewöhnen müssen“ einfach schon genug Konfliktpotential vorhanden war, entschlossen wir uns, ein gemeinsames Konto zu eröffnen. Bestärkt wurden wir übrigens durch einen welt.de-Artikel, der zu dem Ergebnis kam, dass ständiges Reden über Geld der Beziehung schade. So, uns jetzt nicht mehr. Ehe gerettet.

 

Um ein Gemeinschaftskonto zu führen, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder, man nutzt ein bereits bestehendes und erteilt der anderen Hälfte, manchmal der besseren, eine Kontovollmacht. Dann gehört einem das Konto zwar alleine, der Partner hat aber innerhalb seines Verfügungsrahmens Zugriff darauf. Die andere Möglichkeit ist, ein gemeinsames Konto zu eröffnen. Das ist bei nahezu allen Banken und Sparkassen möglich. Jeder Partner bekommt dann eine eigene Kontokarte, manchmal gibt’s auch jeweils eine Kreditkarte dazu. Außerdem bekommt jeder einen separaten Zugang zum Onlinebanking. Wir haben die leidige Frage des Geldes dann irgendwann so gelöst, dass wir notiert haben, welche Buchungen pro Monat so für Miete, Essen und Nebenkosten entstehen und diese anschließend durch zwei geteilt. So hatte jeder von uns noch sein Taschengeld, über das er frei verfügen konnte. Später, als wir Kinder bekamen und meine Frau in Elternzeit ging, haben wir uns darauf verständigt, dass nicht die Kosten geteilt werden, sondern jeder gleich viel „Taschengeld“ erhielt. Durch die Elternzeit hatte sich schlicht ihr Einkommen verringert und das sollte nicht zu Lasten ihres monatlichen Freibetrags fallen. Als ich später eine Zeit lang weniger verdiente, zahlte sich dieses System auch für mich aus.

 

Über das Haushaltskonto die Ausgaben steuern

Unser Haushaltskonto ist ein ganz normales Girokonto inclusive Dispo. Der Vorteil: wir hatten fast die freie Wahl. Es sollte auf jeden Fall kostenlos sein. Hier tauchte das erste Problem auf. Denn unser Gehalt sollte weiterhin auf unsere separaten Konten gehen. Entsprechend mussten wir bei der Wahl unseres Haushaltskontos besonders darauf aufpassen, dass unser neues Haushaltskonto ohne einen monatlichen Gehaltseingang wirklich kostenlos blieb. Damit vielen die Banken, bei denen wir sonst waren, aus dem Raster. Am Ende haben wir uns, auch wegen unseres Girokonto Test in den vergangenen zwei Jahren, für die ING-DiBa entschieden. Die ING-DiBa war nicht nur unser Testsieger bei dem Girokonto-Test. Auch als Haushaltskonto lässt es sich wunderbar führen, da es kein Gehaltskonto, und damit bedingungslos kostenlos, ist.

 

Das Konto bei der ING-DiBa haben wir dann online eröffnet. Anschließend bekamen wir die Unterlagen mit Rückumschlag zugeschickt und mussten gemeinsam zur Post um das IDENT-Verfahren durchzuführen. Das hat bei uns ein wenig länger gedauert. Dank meiner Arbeitszeiten als Redakteur für Finanzprodukte bin ich viel unterwegs. Einen gemeinsamen Zeitslot zu finden, hat ein paar Tage gedauert. Dann ging es aber ganz schnell. Schon nach drei Wochen war alles erledigt und wir haben alle gemeinsamen Lastschriften darauf umgeleitet

 

Um einen Überblick über unsere Ausgaben zu bekommen, sind wir folgendermaßen vorgegangen: Wir haben alle Einnahmen erfasst: Gehalt, Kindergeld, Elterngeld etc. Dann haben wir in einer Excel-Tabelle alle Ausgaben aus dem letzten Jahr erfasst.

  • Miete
  • Nebenkosten wie Strom, Wasser, Telefon und Gas
  • Kindergarten-/ Hortgebühren für die Kids
  • Versicherungen
  • Durchschnittliche Ausgaben für Essen und andere Dinge für den Haushalt
  • Durchschnittliche Kosten für Benzin und Auto

Je nach Lebensstandard können hier noch weitere Posten dazu kommen. Leasingbeiträge für Autos, Gebühren und Beiträge für Sportvereine der Kinder und andere Hobbys etc.

 

Bei uns hat es ein paar Monate gedauert, bis wir wirklich alle Kosten zusammen hatten und auch ungefähr einschätzen konnten, was wann und wohin geht. Geholfen hat uns dabei auch der Finanzplaner der ING-DiBa. Hier bekamen wir eine monatliche Aufstellung darüber, wohin unser Geld so floss. Inzwischen schauen wir etwa einmal im Jahr auf unsere Excel-Tabelle und führen Korrekturen durch. Kita-Kosten steigen oder Versicherungsbeiträge sinken im Verlauf eines Jahres oft, dann reagieren wir einfach und unkompliziert.

 

Mit einer Vollmacht für die Bank kann man ein Gemeinschaftskonto auch führen.

Eine andere Möglichkeit, ein Gemeinschaftskonto zu führen, ist ein bereits bestehendes Konto zu verwenden und dem anderen Partner dann eine Kontovollmacht dafür zu geben. Alle Banken und Sparkassen haben hierfür einen Vordruck, den sie auch verwendet wissen wollen. Tatsächlich weigern sich Banken manchmal, ein selbst erstelltes Dokument zu akzeptieren, obwohl sie es müssten. Um diesem Ärger zu entgehen, und weil es auch noch praktischer ist, haben meine Frau und ich inzwischen für alle Konten Kontovollmachten erstellt. Das ist nicht nur im Hinblick auf ein Gemeinschaftskonto gut und wichtig, sondern vor allem, falls was passiert.

 

Unsere Erfahrung mit der Bankvollmacht und dem Gehaltskonto als Gemeinschaftskonto war, dass es wenig praktisch ist. Wenn neben den gemeinsamen Kosten für das gemeinsame Leben auch noch persönliche abgebucht werden, verliert man den Überblick. Außerdem will ich nicht immer, dass meine Frau erfährt, wann ich wo wieviel Geld ausgegeben habe. Wir haben zwar die Vereinbarung, dass jeder über sein privates Taschengeld verfügt, wie er meint, dennoch fühl’ ich mich blöd, wenn sie sieht, was ich wann wo ausgebe. Umgekehrt hat meine Frau mir auch mal lachend gestanden, sie verzichte auf die Mitnahme der Quittung beim Friseur absichtlich. So braucht sie sich vor mir nicht dafür rechtfertigen warum ich mit einer 13,50 Euro-Rechnung rausgehe und sie locker 100 Euro dalässt.

 

Fazit: Ein Gemeinschaftskonto vereinfacht die gemeinsame Haushaltsführung.

Ja, mit getrennten Konten fahren wir als Paar einfach besser. Außerdem ist es übersichtlicher und wir wissen durch einen kurzen Blick auf unser Haushaltskonto, wie viel Spielraum wir noch haben. So können wir auch kurzfristig entscheiden, ob der Restaurantbesuch noch locker drin ist oder es doch nur ein Eis wird. Auch sehen wir dank der ING-DiBA-Kontenauswertung, wie viel Geld wohin geht. So haben wir uns letztes Jahr spontan dazu entschlossen die KFZ-Versicherung doch noch zu kündigen. Weil es ein besseres Angebot gab. Ohne lange nach der Rechnung suchen zu müssen, hatten wir einen Überblick und sparen so jedes Jahr viel Geld.

 

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