Konto eröffnen trotz SCHUFA Eintrag 2016

Wie ich bereits in meinem Eingangsbericht erwähnt hatte, habe ich einen guten Freund, der unverschuldet in die Privatinsolvenz ging. Da ich selbst ja über eine gute Bonität und regelmäßigen Gehaltseingang verfüge, habe ich folgenden Test mit Frank zusammen gemacht. Ich wollte herausfinden, ob es auch eine Möglichkeit gibt, mit einem negativen SCHUFA-Eintrag ein Girokonto oder ein Kreditkartenkonto zu eröffnen. Da Frank sich mit diesem Thema eh auseinandersetzen musste, seine Hausbank hatte ihm sein Girokonto einfach von heute auf morgen gekündigt, war er über mein Fachwissen froh und ich dankbar für seinen Test. Neben der Eröffnung eines Girokontos trotz SCHUFA-Eintrag haben wir uns angesehen, ob es Möglichkeiten gibt, an eine Kreditkarte trotz SCHUFA heranzukommen. Das Ergebnis unseres Testes hat selbst mich, als gestandenen Finanzredakteur, zum Teil erstaunt. Aber lesen Sie selbst.

 

Projekt: Girokonto ohne SCHUFA

Kündigt einem die Hausbank das Konto, hat man einen schlechten SCHUFA-Score oder sogar einen negativen SCHUFA-Eintrag und so hat man ein riesiges Problem. Eines, mit dem man sich vorher überhaupt nicht auseinandersetzt. Denn man hat ja ein Girokonto. Hier kommt das Gehalt drauf, werden Miete und Nebenkosten abgezogen und wenn´s doch mal knapp wird im Monat, muss der Dispo-Rahmen herhalten. Ohne Girokonto trägt man die Miete in Bar zum Vermieter. Das geht noch. Aber, haben Sie mal versucht Ihre Stromrechnung in Bar beim Versorger zu bezahlen? Frank schon. Diese Geschichte könnte Bücher füllen. Angefangen vom „wo muss ich überhaupt hin“ bis hin zum „ne, wir sind hier nicht zuständig, gehen Sie einmal über Los und kassieren Sie keine 1.000 Geldscheine ein“. Na Danke auch. Daher war es unsere erklärte Mission, ein Girokonto zu finden, das auch ohne SCHUFA funktioniert. Anbieter gibt es hier schon einige. Viele so dubios, dass selbst ich als gestandener Finanzredakteur die Flucht ergriff. Im Ergebnis hatte Frank nur eine Option: Ein Girokonto auf Guthabenbasis. Sprich, er zahlt Geld ein oder bekommt es überwiesen und nur so viel, wie drauf ist, kann ausgegeben werden. Das klingt erstmal gar nicht schlecht. Aber: Ein kostenloses Girokonto, wie ich eines habe, bekommt Frank nicht. Die „Jedermann-Konten“ kosten. In Zeiten, in denen das Geld dank Privatinsolvenz eh knapp saß, ist es schwierig. Dafür bekommt Frank aber zumindest ein Girokonto trotz SCHUFA-Eintrag. Auch spielt es keine Rolle, ob monatliche Einnahmen erfolgen oder wie hoch diese sind. Ein Jedermann-Konto, muss eben für Jedermann eröffnet werden. Allerdings muss nicht jede Bank ein solches Konto-Modell anbieten.

 

Girokonto online eröffnen

Ein Girokonto trotz SCHUFA lässt sich oftmals auch online eröffnen. Das hängt allerdings von der Bank ab. Die Norisbank zum Beispiel hat online ein entsprechendes Formular. Sparkassen, die in einigen Bundesländern ebenfalls Basiskonten anbieten, eröffneten Franks Konto vor Ort in der Filiale. Schlechte Erfahrungen haben wir mit dem Onlinekonto gemacht. Denn hier waren die Gebühren außerordentlich hoch. Neben einer Einrichtungsgebühr in Höhe von 39 Euro und einer Monatsgebühr von fast 10 Euro muss man bei diesem Konto auch noch ab der 5. Überweisung eine Überweisungsgebühr zahlen. Das gab es bei anderen Banken deutlich günstiger. Da es in einer Insolvenz oder allgemein bei einem negativen SCHUFA-Eintrag auf jeden Cent ankommt, sollte hier genau hingesehen werden.

 

Girokonto ohne Mindesteingang

Die gute Nachricht zuerst: Ein Basiskonto oder „Jedermann-Konto“ gibt es für jeden. Auch ohne Mindesteingang. Die schlechte Nachricht ist: Bei einem Basiskonto gibt es weder Dispo, noch gibt es das kostenfrei. Die Jahresgebühr liegt bei etwa 50 – 120 Euro im Jahr. Viel Geld, wenn es eh schon knapp ist. Hier lohnt sich also ebenfalls ein Bankenvergleich. Frank hat sich übrigens am Ende für die Norisbank entschieden. Hier zahlt er „nur“ 5 Euro Monatsgebühr. Vergleichsweise wenig.

 

Um das Guthabenkonto zu eröffnen, hat Frank einen ganz normalen Antrag auf ein Girokonto gestellt. Die Norisbank prüfte dann die Bonität und kam, wenig überraschend, zu dem Ergebnis von fehlender Bonität. Anschließend boten sie ihm das Basiskonto/Guthabenkonto zu den genannten Konditionen an.

 

Kreditkarte ohne SCHUFA

Um unseren Girokonten Test zu komplettieren, habe ich zusammen mit Frank getestet, ob er auch eine Kreditkarte ohne SCHUFA bekommt. Erstaunlicher Weise lautet die Antwort ja. Allerdings, handelt es sich bei Angeboten für Kreditkarten ohne SCHUFA um so genannte unechte Kreditkarten oder Prepaid Kreditkarten. Das ist irgendwie auch logisch. Den negativen SCHUFA-Eintrag bekommt man ja nicht aus heiterem Himmel. Da wurden Rechnungen nicht bezahlt, eine Privatinsolvenz beantragt oder das Girokonto steht dauerhaft in der Kreide. Kredite wurden also nicht zurückgezahlt. Hier noch eine richtige Kreditkarte, mit einem Zahlungsziel in weiter Ferne zu verteilen, wäre grob fahrlässig. Ok, das ist nicht die Intension der Bank. Der ist einfach nur klar, dass das bereits über eine Kreditkarte ausgegebene Geld vermutlich nie wiedergesehen wird. Als Gläubiger stellt sich die Bank vielleicht auch noch ganz weit hinten an. Bemerkenswert ist hier, das zum Teil hohe Kartengebühren anfallen. Teilweise schon Eröffnungsgebühren gezahlt werden sollen. Diese liegen bei mindestens 80 Euro.

 

Ich persönlich frage mich, wozu diese Kreditkarte überhaupt ausgegeben wird. Mein Testsieger, die ING-Diba, hat sie mir auch gegeben. Die unechte Kreditkarte. Ich mag Kreditkarten eigentlich nicht, habe sie aber trotzdem genommen. Aus einem sehr einfachen Grund. Mit der Kreditkarte bekomme ich an nahezu allen Geldautomaten kostenlos Bargeld. Ich kann auch mit der Kreditkarte zahlen. Aber, das Geld wird direkt von meinem Girokonto abgebucht. Wie bei einer EC-Kartenzahlung eben auch.

 

Mein Fazit: Ein Girokonto gibt es auch trotz SCHUFA

Wie mein Test mit Frank ergab, bekommen auch Menschen mit schlechtem SCHUFA-Score oder mit SCHUFA-Eintrag ein Girokonto. Allerdings ist die Auswahl hier deutlich beschränkt und einen Dispo gibt es auch nicht. Zudem kosten Girokonten ohne SCHUFA meist einen monatlichen Beitrag. Einige Banken verlangen außerdem eine Eröffnungsgebühr. Die Finger weglassen sollten überschuldetet von Prepaid Kreditkarten. Manche erheben zwar keine Kontoführungsgebühren bzw. Kartengebühren, allerdings häufig ebenfalls Eröffnungsgebühren an die 100 Euro. Zu viel Geld, wenn selbiges eh gerade knapp bemessen ist. Außerdem bringt einem diese Kreditkarte keinen echten Vorteil. Außer vielleicht, man will ins Ausland reisen und dort kostenfrei an Automaten abheben können.

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