UNTERSCHIED-TAGESGELDKONTO-VS.-GIROKONTO-2016

Unterschied Tagesgeldkonto vs. Girokonto 2016

Als ich mit meinem Girokonto-Test begann, stellte ich schnell fest: Bei Direktbanken gibt es häufig ein Tagesgeldkonto dazu. Grund genug für mich, mir auch mal dieses Zusatzpaket anzusehen. Es auf Herz und Nieren zu prüfen und nach versteckten Fallen zu suchen. Wo genau liegt der Unterschied zwischen Tagesgeldkonto und Girokonto? Was kostet mich der Spaß und lohnt sich das überhaupt? Reicht es nicht, nur eines zu haben, entweder Girokonto oder Tagesgeld? Fragen über Fragen. Hier gibt’s jetzt die Antworten.

 

Bei Direktbanken bekam ich das Tagesgeldkonto zum Girokonto dazu

Als unser Sohn geboren wurde, befanden sich die Zinsen bereits im freien Fall. Nicht ahnend, dass es tatsächlich noch weniger Guthabenzinsen geben würde, dachten meine Frau und ich darüber nach, wie wir das Geld zur Geburt und zur Taufe am besten anlegen wollten. Bereits 2012 war uns klar, ein Sparbuch ergibt keinen Sinn. Örtliche Filialbanken gaben da schon maximal 1 %. Zu wenig für einen Finanzexperten wie mich. Wir überlegten also, wo es mehr zu holen gibt. Allerdings war und ist uns das Risiko bei Spekulationen zu hoch. Um für den Buben eine Eigentumswohnung zu kaufen, tja, dafür war die Verwandtschaft dann doch nicht spendabel genug. Das hätte zumindest erträgliche Zinsen gebracht. Letzten Endes wollten wir ein Tagesgeldkonto eröffnen und scheiterten daran, dass unser Sohn noch keinen Personalausweis hatte. Den hätten wir allerdings für die Eröffnung des Tagesgeldkontos bei einer Direktbank benötigt. Nur wenige Jahre später bekommt man das Tagesgeldkonto – fast ohne gefragt zu werden – bei der Girokontoeröffnung dazu. Nun, solange die Zinsen so weit unten sind wie gerade, so lange liegt das Geburtstagsgeld meines Sohnes nun auf dem Tagesgeldkonto meines Testsiegers. Die ING-DiBa hat nicht nur das beste Girokonto, sondern auch vergleichsweise hohe Zinsen beim Tagesgeld.

 

Auf dem Girokonto gibt es keine Zinsen

In den letzten Jahren ging das Zinsniveau immer weiter nach unten. Gut für Investitionen und Darlehen, schlecht für Sparer. Auf dem Girokonto gibt es heute bei fast keiner Bank mehr Zinsen auf‘s Haben. Dafür ist aber auch der Dispozins merklich gesunken. Wenn sich meine Frau oder Freunde dann wieder darüber beschweren, dass auf ihrem Girokonto keine Zinsgutschriften mehr zu finden sind, kann ich nur Eines erwidern: „Das Girokonto ist auch überhaupt nicht zum Sparen erschaffen worden!“ Nein, das Girokonto ist dafür da, Überweisungen zu tätigen und sein Gehalt, Lohn oder sonstiges Einkommen zu verbuchen. Es ist dafür da, mit der Girocard Einkäufe zu zahlen und manchmal auch, Engpässe über den Dispo abzufedern. „Aber“, so höre ich dann oft, „ich zahle doch Kontoführungsgebühren. Dann muss doch auch was an Zinsen rausspringen!“. Tja, wer heute noch Kontoführungsgebühren auf sein Girokonto zahlt, ist selbst schuld. Meinen Freunden rate ich spätestens an dieser Stelle dazu, sich meine Girokonto-Kandidaten wie die Consorsbank, die Norisbank oder auch die 1822direkt hier mal genauer anzusehen. Top Konto und keine Gebühren. So geht Girokonto heute!

 

Tagesgeld wird relativ hoch verzinst

Beim Tagesgeldkonto sieht die Sache mit den Zinsen schon ganz anders aus. Hier gibt es zumindest welche. Die Consorsbank hat mit 1% eff. Jahreszins die Nase vorne. Garantiert für 12 Monate. Bei der Consorsbank gibt es das Tagesgeld- nicht automatisch zum Girokonto. Dafür aber auch ohne ein Girokonto. Warum das so wichtig ist, darauf komme ich gleich noch.

 

Wie auch schon beim Girokonto, gibt’s das Tagesgeldkonto bei der Consorsbank kostenlos. Bei der ING-DiBa gibt’s Tagesgeld automatisch zum Girokonto und ich zahle für kein Konto etwas. Das Tagesgeldkonto ist aber wirklich nur zum Sparen da. Geld überweisen kann ich nur auf das Referenzkonto. Auch kann ich nur vom Referenzkonto Gelder auf‘s Tagesgeldkonto überweisen. Dafür geht das bei beiden Banken auf Knopfdruck. Hier warte ich nur wenige Sekunden auf die Buchung der Überweisung. Somit bin ich mit meinem Tagesgeldkonto ganz flexibel. Meine Frau und ich haben eines zusammen und überweisen hier monatlich alles, was beim Gemeinschaftskonto übrigbleibt. Im letzten Jahr haben wir davon die Steuernachzahlung bestritten. Wenn mal die Waschmaschine kaputtgeht oder wir dringend Urlaubsbedarf haben, bezahlen wir das auch vom Tagesgeldkonto. Für die Flexibilität beim Tagesgeld nehmen wir es einfach in Kauf, dass an anderer Stelle, bei einer festen Anlage zum Beispiel, ein paar Prozentpunkte mehr rausspringen würden. Außerdem kann das Zinsniveau nicht für immer so tief liegen wie gerade. Hier spekuliere ich ein wenig darauf, dass in ein paar Jahren auch bei einer festen Anlage ohne Risiko mehr rüberkommt und kann dann mit dem Ersparten vom Tagesgeld zuschlagen, wenn’s drauf ankommt.

 

Ein Tagesgeldkonto-Vergleich lohnt sich

Nachdem ich jetzt ein paar Jahre Girokonten und damit oft auch Tagesgeldkonten getestet habe, gibt’s einen ganz einfachen und simplen Trick, um noch ein wenig mehr herauszuschlagen. Ich werde untreu. Nein, nicht meiner Frau. Der Bank. Meist ist es nämlich so, dass Neukunden für ein paar Monate einen höheren Zins bekommen, als auf dem Markt üblich ist. Auch die Consorsbank bietet die 1% nur für Neukunden im ersten Jahr an. Danach fällt der Zins auf 0,20%. Wenn also mein Sparjahr abgelaufen ist, wechsle ich einfach zu einer anderen Bank und deren Tagesgeld. So komme ich einigermaßen glimpflich aus diesem Zinstief. Außerdem, so habe ich festgesellt, solange ich bei deutschen Banken bleibe, ist mein Geld sicher. In Deutschland profitieren Anleger nämlich von der gesetzlichen Einlagesicherung. Ok, gut, nur bis 100.000 Euro. Aber mal ehrlich, ich bin Redakteur. Hätte ich irgendwo 100.000 Euro herumliegen, fänden Sie mich auf einer Weltreise und nicht beim Girokonto-Test.

 

Fazit: Girokonto und Tagesgeldkonto ergänzen sich

Entweder-oder gibt es bei Tagesgeld und Girokonto nicht. Dabei hat das Tagesgeld so allmählich das gute alte Sparbuch abgelöst. Ein Tagesgeldkonto bringt nicht nur mehr Zinsen, es ist auch noch total flexibel. Also habe ich beides und auch das Geld meiner Kinder habe ich auf Tagesgeldkonten geparkt. Zumindest, bis sich eine andere Anlageform als besser erweist. Das Zinstief sehe ich übrigens nicht nur negativ. Denn so spart man eben nur das an, was man auch wirklich braucht. Den Rest gebe ich gerne aus. Denn mitnehmen kann ich es nicht, wenn’s mal soweit ist. Bis dahin aber will ich reisen und leben. Mein Tagesgeldkonto macht meinen Lebensentwurf perfekt mit.

 

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